Über uns

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Beschreibung eines Schulprojektes

Der Verein für emanzipatorische Erziehung betreibt im Kinderhaus Hofmühlgasse ein von Eltern und Lehrpersonen geführtes Schulprojekt in Selbstverwaltung, genannt Ätsch-Schule, für die ersten vier Pflichtschuljahre (Volksschule). Das Projekt gilt offiziell als gemeinsam organisierter häuslicher Unterricht. Am Ende jedes Schuljahres legen die Kinder in Kooperation mit einer öffentlichen Partnerschule eine Externistenprüfung über den Lehrstoff des vergangenen Jahres ab. Die Öffnungszeiten der Ätsch sind montags bis donnerstags von 9 bis 16 und freitags von 9 bis 13 Uhr.

Ziel des Projektes

Die Ätsch-Schule wurde 1978 mit dem Ziel gegründet, Volksschulkindern einen möglichst schönen Schulstart zu ermöglichen und die wichtigen ersten Schuljahre für sie so anregend und motivierend wie möglich zu machen. Individuelles Eingehen auf Begabungen, Neigungen und eventuelle Schwächen ist in großen Klassen, wie sie in Regelschulen oft üblich sind, sehr schwierig. Daher erfolgt das Lernen in der Ätsch-Schule in überschaubaren Kleingruppen. So bilden die erste und zweite Klasse sowie die dritte und vierte Klasse je eine gemeinsame Kleingruppe von acht bis zehn Kindern.

Pädagogische Aspekte

Die Größe der Lerngruppen ermöglicht es den LehrerInnen, die Kinder zu Selbständigkeit und Eigenverantwortung hinzuführen – sowohl beim Lernen als auch im täglichen Leben. Vor allem wird ein partnerschaftlicher Umgang zwischen Kindern, Lehrpersonen und Eltern gelebt, was soziales Lernen fördert. Obwohl die Ätsch eine Ganztagsschule ist, finden die eigentlichen Lernzeiten von 9 bis 10:30 Uhr und von 11 bis 12:30 Uhr statt (mit individuellem Ende). Die Kinder teilen sich ihr tägliches/wöchentliches Lernpensum zum Teil selbständig ein. Für die Nachmittage gibt es viele Angebote, von denen die Kinder vollkommen selbständig Gebrauch machen können. Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 gibt es in der Ätsch eine (Holz-)Werkstatt, die am Nachmittag und in den Pausen frei zugänglich ist, sowie ein Schlagzeug, das von allen Interessierten benutzt werden kann.

Diese Selbstbestimmung ebenso wie die liebevolle, engagierte und wohldurchdachte Art des Unterrichtens der beiden Lehrpersonen sorgen dafür, daß die Kinder das Lernen nicht als Zwang oder Belastung empfinden, sondern freudig bei der Sache sind. Auf diese Weise soll jedes Kind seine individuell bestmögliche Leistung erzielen können und gleichzeitig die Freude und Neugier am Lernen und Erfahren auch für später erhalten. Nach den Volksschuljahren wechseln drei Viertel der Kinder in ein Gymnasium, das bereits viele erfolgreich absolvierten.

Lernangebot

Das Lernangebot orientiert sich am Lehrplan der Volksschulen sowie an der Gruppenstruktur, den Bedürfnissen der Kinder, an aktuellen Ereignissen und öffentlichen kulturellen Angeboten wie Ausstellungen und Theater für Kinder. Englisch wird ab Jänner des ersten Schuljahres in Zusammenarbeit mit einem Native Speaker unterrichtet. Alle vierzehn Tage wird den Kindern die Möglichkeit geboten, Schwimmen zu gehen, daneben gibt es Turnunterricht in einer benachbarten Schule sowie Rodeln, Eislaufen, etc. während der Wintermonate. In den wärmeren Jahreszeiten werden viele Ausflüge und Exkursionen unternommen.

Ein alljährlicher Höhepunkt ist die Aufführung eines von den Kindern selbst erfundenen Theaterstücks mit selbstgebastelten Requisiten und Kulissen im Dezember, an dem von Schulbeginn an gearbeitet und dessen Darbietung immer mit Spannung erwartet wird. Daneben nehmen verschiedene, rund 1-wöchige Landaufenthalte eine wichtige Stellung im Ablauf des Ätsch-Schuljahres ein: Im Herbst geht es zum Wandern nach Königswiesen, im Spätwinter zum Schifahren auf den Hochkar, im Frühling zum Radeln an den Neusiedlersee und die letzte Schulwoche vor den Sommerferien wird im Zeltlager verbracht.

Miteinbeziehen der Eltern

Die Schule ist aber nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch und vor allem ein Ort des Miteinanderlebens, in das die Eltern sehr stark miteinbezogen sind. Eine scharfe Trennung zwischen Schule und Elternhaus wird durch die Mitarbeit der Eltern und deren Engagement und Interesse am Schulleben und dem intensiven Kontakt zwischen Eltern und Lehrpersonen vermieden. Dazu kommt, dass die Eltern eines Kindes etwa alle vier Wochen für die ganze Schule kochen und an der Nachmittagsbetreuung der Kinder beteiligt sind. Etwa alle drei Monate putzen sie an einem Wochenende die Schule. An den laufenden Instandhaltungsarbeiten sind die Eltern ebenfalls intensiv beteiligt.

Die Schule wird von den Eltern und Lehrpersonen gemeinsam verwaltet. Die Entscheidungen, die dafür nötig sind, werden bei den Elternabenden, die etwa alle drei bis vier Wochen stattfinden, getroffen. Alle Eltern und Lehrpersonen sind für die Aufrechterhaltung und Organisation des Schulbetriebes wichtig und diskutieren auch gemeinsam pädagogische und organisatorische Fragen. Auch die Neuaufnahmen für jedes neue Schuljahr werden nach dem Kennenlernen der neuen Kinder und Eltern gemeinsam beschlossen.

Die finanzielle Situation

Der monatliche finanzielle Beitrag pro Kind beträgt derzeit EUR 275 (12 x im Jahr). Davon werden die LehrerInnengehälter und die laufenden Routineausgaben der Schule sowie die Mitgliedsbeiträge an den Dachverband der Wiener Alternativschulen, an das bundesweite Netzwerk der Alternativschulen und das anteilige Hausbetreuungsgeld bezahlt. Dazu kommen noch die Ausgaben für turnusmäßiges Kochen (rund 1x pro Monat) und eventuell größere Anschaffungen, die fallweise notwendig werden können. Das Mittagessen, die Lehrmaterialien, Exkursionen und die Kosten der Landschulwochen sind derzeit im Schulgeld inkludiert.
Kontaktperson bei Interesse:

Astrid Mairoser, Telefon: 0699 / 195 65 888, astrid.mairoser(at)gmx.at

Verein für emanzipatorische Erziehung
Ätsch Schule

Kinderhaus Hofmühlgasse
1060 Wien, Hofmühlgasse 2/2. Stock
Ruf: +43 (0)1 586 98 39

Erreichbarkeit:
U4, 13A Pilgramgasse

Karte (maps.google.de)

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