Theaterprojekt
Seit 1984 die erste Aufführung unter dem Titel „Der gefährliche Straßenhund“ über die Bühne ging, bildet das Ätsch-Theater einen fixen Bestandteil und damit einen der geliebten Höhepunkte des Schuljahres. Was das Ätsch-Theaterprojekt von herkömmlichen Schultheatern unterscheidet, ist schnell erklärt: Hier gibt es keine vorgefertigte Geschichte, keine Rollenverteilung, die hierarchisch in Haupt- und Nebenrollen teilt, keine Vorbild-Aufführungen, an denen sich die Kinder messen müssen.
Das Ätsch-Theater entsteht ganz im Geist der Schule emanzipatorisch: Jedes Kind äußert seinen Rollenwunsch und rund um diese verschiedenen Figuren – von Raumfahrer bis Eisbär – spinnen Karl Zambal, die Kinder und meist noch eine weitere externe Person oder ein Elternteil, eine Geschichte, die mit witzigen Texten, Liedern und musikalischer Gesamtuntermalung zum Leben erweckt wird. Während des ganzen Herbsts wird geprobt, Kulissen werden gebaut, Kostüme entworfen und wenn es im Dezember schließlich „Vorhang auf!“ heißt, werden die Zuseher Jahr für Jahr erneut von Begeisterung und Staunen ergriffen, ob des Selbstbewusstseins, Charmes, Witzes und Könnens der Kinder, die für sich die Bretter, die die Welt bedeuten, erobern.
Auf diese Weise sind bisher 23 Stücke entstanden und aufgeführt, sowie zwei CDs mit den wunderbaren Liedern von Karl Zambal eingespielt und von den Ätsch-Kindern besungen worden. Doch der eigentliche Gewinn des Theaterprojekts liegt ganz woanders: In der Freude und Kreativität, die alle Beteiligten entwickeln, im Erlernen des Dranbleibens und Durchhaltens während der ganzen Projektmonate, im über sich Hinauswachsen der Kinder, wenn sie ihr Lampenfieber überwinden und souverän ihren Part auf der Bühne zum Besten geben, im Selbstbewusstsein und dem Stolz, der den kleinen SchauspielerInnen aus den Augen leuchtet, wenn sie den begeisterten Beifall des Publikums entgegen nehmen.
Die Aufführungen finden meist im Dezember in den Räumen der Schule statt und bilden so ganz nebenbei eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Ätsch kennen zu lernen. Wer hier mitlacht, mitbangt und anschließend bei Speis und Trank mitfeiert, hat ziemlich gute Chancen für sein Kind und sich die passende Schule entdeckt zu haben.
